Hardthof/ARThof 8 am 10./11. September

Das Gießener Kunst- und Kulturfest

Am 10. und 11. September 2016 ist es wieder so weit:  der Untere Hardthof in Gießen öffnet seine Pforte und wird für zwei Tage zum “ARThof 8“. An einem alle zwei Jahre stattfindenden Parcours aus 18 Stationen wird dabei zeitgenössische Kunst verschiedener Sparten gezeigt: Bildende Kunst, Performance, Tanz, Theater, Literatur und Musik. An beiden Tagen wird das ganze Hardthofgelände mit seinen malerischen Innenhöfen und den ehemaligen Brauerei-Kellern zum Schauplatz für Kunst- und Musikpräsentationen unterschiedlicher Art. Am Samstagabend sorgen Captain Overdrive und DJ Ricky in und vor der Galerie des Hardthofs für Feierlaune.

Hardthof/ARThof beginnt am Samstag um 16 Uhr mit einer Theater-Aufführung von und für Kinder.

Gutburgerlich sorgt – zusammen mit  verschiedenen Getränke- und Fingerfood-Ständen  bis in den späten Abend für das leibliche Wohl.

Eintritt 5 €.

Programm: hier

– – – –

Am Sonntag laden wir zu einer Jazz-Matinée ein. Die Ausstellungen sind geöffnet. Am Nachmittag stehen aus Anlass des “Tags des offenen Denkmals” in Führungen Architektur und Geschichte des Hardthofs als Industriedenkmal im Mittelpunkt.

Unterer Hardthof eV – Unterer Hardthof 17 – 35398 Gießen

 

Hardthof/ ARThof 8 – Ausschreibung läuft

Liebe Freundinnen und Freunde des Unteren Hardthofs,
(pls. scroll down for an english excerpt)

sehr geehrte Damen und Herren!

Am 10./11. September 2016 findet – nach 2014 – auf dem Gelände und in den Räumlichkeiten des Unteren Hardthofs in Gießen eine Neuauflage des großen Kunst- und Kulturfests Hardthof/ ARThof statt.

Der Träger dieser Veranstaltung, der Verein Unterer Hardthof, hat die Pflege, Förderung und Vermittlung zeitgenössischer Kultur- und Kunstproduktion als Ziel. Dies wird im Konzept Hardthof/ARThof ideal verwirklicht, indem es im Rahmen eines sommerlichen Open-Air-Festes – an 2 Tagen – ein dichtes, anspruchsvolles und potenziell alle darstellenden und bildenden Künste umfassendes Programm regionaler und überregionaler Künstlerinnen und Künstler präsentiert. Zugleich kommt das leibliche Wohl, die Möglichkeit zum Feiern, Gespräch und Tanz auch nicht zu kurz.

Der Untere Hardthof bietet, mit seinen großzügigen Frei- und Gebäudeflächen, mit gepflasterten Hofanlagen, intimen Innenhöfen, romantischer Ruinenarchitektur, weiträumigen Eiskelleranlagen und der Galerie eine Vielfalt von Eingriffsmöglichkeiten für Künstlerinnen und Künstler.

So beabsichtigen wir, das Kunst- und Kulturfest Hardthof/ ARThof auch in diesem Jahr mit besonders qualitätsvollen künstlerischen Beiträgen auszustatten und schreiben daher öffentlich aus.

Gesucht werden Beiträge von Künstlerinnen und Künstlern aus allen Feldern der darstellenden und bildenden Künste: Theater, Tanz, Performance, Neue Musik, Jazz, Klassik, Installation, Literatur, Fotografie, Malerei, Video + Film etc.

Aus den Bereichen darstellende Kunst, Musik, Performance sollten die Beiträge möglichst einen Zeitrahmen von 30 Min. nicht überschreiten, und es sollte die Bereitschaft bestehen, eine Arbeit zeitversetzt, bzw. auch am Folgetag zu wiederholen.

Als Gage, bzw. Unkostenerstattung stehen je Arbeit bis zu 500,- € zur Verfügung. Abweichungen davon behalten wir uns im Einzelfall vor. Sollten Arbeiten während des Festes verkauft werden, ist eine Provision von 20 % an den Verein Unterer Hardthof zu zahlen.

Die Entscheidung über die Beteiligung von Projekten trifft der Vorstand des Vereins unter Mitwirkung einer/s Kunstsachverständigen. Ausschlaggebend sind – neben der Qualität der eingereichten Arbeit – die Gesamtkonzeption der Veranstaltung, sowie die Eignung für die vorhandenen Räumlichkeiten.

Unser Anspruch ist, dass die jeweilige Arbeit Zeitgenossenschaft beansprucht, d.h. in dem Sinne „jung“ ist, als sie sich an aktuellen Kunstdiskursen beteiligt und sich an ein anspruchsvolles Publikum wendet. Besonders bei Beiträgen aus dem Bereich der darstellenden Künste wünschen wir uns einen experimentellen Zugang.

An Spiel- und Ausstellungsorten stehen auf dem Unteren Hardthof – wie erwähnt – verschiedene Freiflächen und Räume zur Verfügung, insbesondere auch mehrere alte große Brauereikeller. Sofern Sie die Gegebenheiten des Unteren Hardthofs kennen, können Sie ihre Arbeit für bestimmte Räume konzipieren. Wir gern bereit, die Besichtigung der Räumlichkeiten nach Terminabsprache zu ermöglichen. Da sich die Arbeiten aber auch in eine Gesamtkonzeption fügen müssen, wünschen wir uns Flexibilität für Veränderungen/Anpassungen.

Wir erwarten als Bewerbung eine aussagekräftige Beschreibung Ihres Vorhabens, ggf. Skizzen, Fotos, Arbeitsproben, Demo-CD oder –DVD (keine Originale!). Bitte legen Sie ebenfalls einen knappen künstlerischen Lebenslauf bei. Auch eine Beschreibung der räumlichen Voraussetzungen und eine Kalkulation der Kosten sollten beiliegen.

Wenn Sie an einer Mitwirkung an diesem Kunst- und Kulturevent Interesse haben, bitten wir darum, die beschriebenen Unterlagen bis zum 22. Mai 2016 an die Adresse des Veranstalters zu adressieren.

Unterer Hardthof e.V. – Unterer Hardthof 17 – 35398 Gießen – Tel. +49 (0) 641- 66100 – Kontakt

Der Vorstand
Rainer Gläsel (Vors.)
Dieter Hoffmeister (Stellv. Vors.)
Markus Ernst (Finanzen)

++++++++++++++++++++++++++++

Hardthof/ ARThof 8 – if you are an contemporary artist – no matter if you perform in the areas of  Theater, Dance, Live Performance, New Music, Jazz, Classic, Installation, Literature, Photography, Painting, Video + Movie etc. and your intention is to address an ambitious audience or if you are interested to see contemporary art as mentioned above you might want to join Hardthof/ ARThof 8, September 2016.

If you are interested to present your work in the industrial area of a former brewery September 10 and 11, 2016 in Giessen, Germany, apply now (until May 22, 2016)*. All others are invited to join this extraordinary art exhibition as visitors. See you there.

* limited funds to partially cover costs of up to €500.00 are available and are subject to the final agreement; a provision of 20% for any sale during the exhibition applies. 

Unterer Hardthof e.V. – Unterer Hardthof 17 – 35398 Gießen – Tel. +49 (0) 641- 66100, – Contact

The Board
Rainer Gläsel (Vors.)
Dieter Hoffmeister (Stellv. Vors.)
Markus Ernst (Finanzen)

Hardthof/ ARThof 7

Hardthof/ ARThof 7. Am 19./20. Juli 2014 findet – nach 2012 – auf dem Gelände und in den Räumlichkeiten des Unteren Hardthofs in Gießen die 7. Neuauflage des großen Kunst- und Kulturfests Hardthof/ ARThof statt.

Der Träger dieser Veranstaltung, der  Verein Unterer Hardthof, hat die Pflege, Förderung und Vermittlung zeitgenössischer Kultur- und Kunstproduktion als Ziel. Dies wird im Konzept Hardthof/ARThof ideal verwirklicht, indem es im Rahmen eines sommerlichen Open-Air-Festes – an einem Tag – ein dichtes, anspruchsvolles und alle darstellenden und bildenden Künste umfassendes Programm regionaler und überregionaler Künstlerinnen und Künstler präsentiert. Zugleich kommt das leibliche Wohl, die Möglichkeit zum Feiern, Gespräch und Tanz mit ebenfalls qualitätsvollen und hochwertigen Angeboten nicht zu kurz.

Der Untere Hardthof bietet, mit seinen großzügigen Frei- und Gebäudeflächen, mit gepflasterten Hofanlagen, intimen Innenhöfen, romantischer Ruinenarchitektur, weiträumigen Eiskelleranlagen und der Galerie, mit am Bauhaus orientierter moderner Innenarchitektur wie postmodernem Material- und Stilmix eine Vielfalt von Eingriffsmöglichkeiten für Künstlerinnen und Künstler.

Das Kultur- und Kunstfest Hardthof/ ARThof wurde auch in diesem Jahr mit besonders qualitätsvollen künstlerischen Beiträgen ausgestattet und öffentlich ausgeschrieben. Gezeigt werden Beiträge von Künstlerinnen und Künstlern aus allen Feldern der darstellenden und bildenden Künste: Theater, Tanz, Performance, Neue Musik, Jazz, Klassik, Installation, Literatur, Fotografie, Malerei, Video + Film etc.

Die Entscheidung über die Beteiligung von Projekten hat  der Vorstand des Vereins unter Mitwirkung von Kunstsachverständigen geroffen. Ausschlaggebend waren – neben der Qualität der eingereichten Arbeit – die Gesamtkonzeption der Veranstaltung, sowie die Eignung der vorhandenen Räumlichkeiten.

Unser Anspruch ist, dass die jeweilige Arbeit Zeitgenossenschaft beansprucht, d.h. in dem Sinne „jung“ ist, als sie sich an aktuellen Kunstdiskursen beteiligt und sich an ein anspruchsvolles Publikum wendet. Besonders bei Beiträgen aus dem Bereich der darstellenden Künste dürfen wir einen experimentellen Zugang erwarten.

An Spiel- und Ausstellungsorten stehen auf dem Unteren Hardthof – wie auch in der Vergangenheit – verschiedene Freiflächen und Räume zur Verfügung, insbesondere auch mehrere alte große Brauereikeller.

Den Ausschreibungstext finden Sie als pdf-Datei hier: ARThof_2014_Ausschreibung.

Die Einladung zum Hardthof/ ARThof 7 finden Sie
hier:
Einladung_ARThof 2014

 

 

 

 

 

HARDTHOF /ARThof 6 – NACHSCHAU

Am 25. August 2012 fand auf dem Gelände und in den Räumlichkeiten des Unteren Hardthofs in Gießen die 6. Neuauflage des großen  Kunst- und Kulturfests Hardthof/ARThof statt.

Im Rahmen eines sommerlichen Open-Air-Festes wurde – an einem Tag – ein dichtes, anspruchsvolles und alle darstellenden und bildenden Künste umfassendes Programm regionaler und überregionaler Künstlerinnen und Künstler präsentiert.

Zugleich kam das leibliche Wohl, die Möglichkeit zum Feiern, Gespräch und Tanz mit ebenfalls qualitätsvollen und hochwertigen Angeboten nicht zu kurz.

Damit schloß auch der 6. Hardthof/ARThof an die Erfolge der Jahre 2001, 2003, 2005, 2007 und 2010 an.

Der Untere Hardthof bot mit seinen großzügigen Frei- und Gebäudeflächen, mit gepflasterten Hofanlagen, intimen Innenhöfen, romantischer Ruinen-architektur, mit strenger, am Bauhaus orientierter moderner Innenarchitektur wie postmodernem Material- und Stilmix eine Vielfalt von Eingriffs-möglichkeiten für Künstlerinnen und Künstler.

Zusätzlich zu den weiträumigen Eiskelleranlagen und der zentralen „Galerie“ standen im Innen- und Außenbereich wieder zahlreiche Ausstellungs- und Aktionsflächen zur Verfügung.

Herzlichen Dank an alle Künstler, Besucher, Bewohner und Freunde des Hardthof/ARThofs für ein gelungenes Fest.

Die Ausschreibung zum Hardthof/ ARThof 6 finden Sie hier.

HARDTHOF / ARTHOF 6

Der Untere Hardthof in Gießen öffnet am Samstag, 25. August  wieder die Pforten für sein traditionelles Kunst- und Kultur-Fest und wird für einen Tag zum  „ARThof”.

Kunst- und Kultur-Fest  mit feinem Programm 

Die Bagger waren bereits bestellt, als es 1976 einer Gruppe von Idealisten, Künstlern und Lebenskünstlern gelang, das Gelände des Unteren Hardthofs als „Ensemble“ unter Denkmalschutz stellen zu lassen. War es doch die Stadt Gießen selbst, die die damals ziemlich verrottete Anlage der ehemaligen Brauerei Textor der Zufahrt zum  neuen Ev. Krankhaus opfern wollte.

Neben den vielen Wirtschaftsgebäuden der Brauereianlage gehörten das oberhalb der Brauerei gelegene Ausflugslokal „Textors Terrasse“ und eine 1905 erbaute Radrennbahn sowie ein Sportplatz zu einer Art Vergnügungspark, der bis nach dem 1. Weltkrieg bei der Giessener Bevölkerung sehr beliebt war. Als die Brauerei in den 20er Jahre schließen musste, erwarb die Stadt das Gelände und stellte es der Universität als Versuchsgut zur Verfügung.

Leider war eines der schönsten Gebäude, die „Villa“ des Verwalters bereits abgerissen, die restlichen Gebäude konnten aber nun in Zusammenarbeit mit dem Magistrat restauriert werden. Eine kleine „Künstlerkolonie“ sollte entstehen.

Aus dem baufälligen Gebäudekomplex am Stadtrand wurde inzwischen ein fachgerecht renoviertes Schmuckstück alter Industriearchitektur. Idyllisch, die verschachtelten Zweckbauten, Scheunen, Ställe, Eiskeller mit ihren Jugendstil-Fassaden, dekorativen Rundbogenfenstern, die verwinkelten, pittoresken Innenhöfe. So präsentiert sich der Untere Hardthof heute als gelungenes – vor allem: sehenswertes – Beispiel für Arbeiten und Wohnen im Baudenkmal.

Die Bewohnerinnen und Bewohner organisierten sich im „Verein Unterer Hardthof“, mit dem Ziel „der Förderung von Kunst und Kultur sowie des Denkmalschutzes“, und dieses Ziel wird bis heute verfolgt. Mit seiner Galerie und dem längst zur Institution gewordenen Hardthoffest hat sich der Untere Hardthof einen festen Platz im Giessener Kulturleben gesichert.

 Nun steht am Samstag, 25. August eine Neuauflage diese Kunst- und Kulturfests vor der Tür: Als 6. Auflage von „Hardthof/ARThof“ wird ein eintägiges „Stelldichein der Künste“ präsentiert. Ein insgesamt 15 Stationen umfassender „Parcours“ aus Ausstellungen, Installationen, Videoarbeiten, Performances sowie neuer Musik wartet auf ein kunstinteressiertes Publikum. Als Ausstellungsräume sind auch die beeindruckenden Gewölbekeller der ehemaligen Brauerei einbezogen.

Ab 21:30 Uhr spielt die Band: „Liquid Move“. Dann wird in und vor der Galerie gefeiert.

 Was erwartet die Besucherinnen und Besucher im Einzelnen? Hier ein kurzer Überblick über das Programm und die 15 Stationen:

  1. Ria Gerth, Die Grotte des Posillipo, Installation

Die Crypta Neapolitana ist ein im 1. Jahrhundert vor Christi von den Römern angelegter Straßentunnel durch den Bergzug Posillipo in Neapel. Johann Wolfgang von Goethe durchquerte am 27.2.1787 die „Crypta Napolitana“ und beschreibt dies in seinem Werk „italienische Reise“. Die Reisebeschreibung war eine Inspiration für unzählige  Künstler dieser Zeit, so auch für Friedrich Nerly, der das Titel gebende Gemälde 1847 schuf . Besonders anregend ist das geheimnisvolle Spiel von Licht und Schatten in einem Raum mit alltäglichen und Zeit übergreifenden Szenen. Menschen und Tiere passieren die Grotte, bewegen sich auf ein Licht zu und aus ihm heraus. Im Vordergrund stehen Menschen an einem Eingang zur Kirche. Ein Schäfer treibt seine Schafherde durch die Grotte. Ein Heuwagen ist zu sehen, der von Ochsen gezogen wird. Eine Frau fasst ein Kind an der Hand und geht mit ihm auf das Licht zu. Ein imaginäres Licht am Ende der Grotte legt religiöse Symbolik und Vergleiche zu Jenseitsdarstellungen nahe. In einem der in Höhe und Breite dem Original vergleichbaren Brauereikeller installiert Ria Gerth eine Neuinterpretation von Nerly´s Werk.

Ria Gerth ist Mitglied im Oberhessischen Künstlerbund, sie lebt und arbeitet in Köln.

  1. Wolfgang Lakaszus, SchallPlatte, interaktive Klanginstallation

Eine unscheinbare Plattform, vielleicht eine kleine Bühne, ist der Kern von Lakaszus´ interaktiver Klanginstallation, ein paar Lautsprecher und Kabel… Zum Leben erweckt wird die Installation durch den Besucher, der die Plattform betritt. Sie ist gespickt mit elektronischen Sensoren, die die Bewegungen der “Spieler” aufnehmen und in Klänge umsetzen. „Im Fokus der Projekte des bureau of innovation steht (…) das nonkonformistische Spiel mit Alltagssituationen, Alltagsgegenständen, Technologien und gesellschaftlichen Generalisierungen.“ beschreibt Wolfgang Lakaszus seine eigene Arbeit. Ob die Installation im Freien oder in den Brauereikellern stattfindet, vielleicht auch noch angereichert durch eine Videoprojektion ist vom Wetter abhängig und wird kurzfristig entschieden werden. Wolfgang Lakaszus lebt und arbeitet in Bochum und Berlin.

  1. Adriana Kocijan, circa95, (Tanz)performance

Zum wiederholten Male ist Adriana Kocijan auf dem Unteren Hardthof zu Gast. Den Gießener Freunden des Tanztheaters hat sie sich als herausragende Tänzerin unter Thomas Langkau (1993 – 1996) und als Choreographin mit „Es bleibt vielleicht am Abhang die Nacht“, 1998 im TIL tief ins Gedächtnis eingegraben. Mit ihrem 1998 in Essen gegründeten Ensemble „cantadoras“ ist sie bundesweit aktiv.

Sie wird Wolfgang Lakaszus´ interaktive Plattform ab 21 Uhr als Instrument in einer improvisierten Musik-Tanz-Performance bespielen.

  1. Dieter Hoffmeister, merrygoround, Videoinstallation

Auf dem Frankfurter Mainuferfest hat Dieter Hoffmeister in den vergangenen Jahren Beobachtungen mit der Videokamera festgehalten, die nun in den Brauereikellern des Unteren Hardthofs eine Choreographie erhalten. Das lärmende Kirmestreiben wird reduziert auf ein Lichterfest, das den Zuschauer in einen Schwebezustand zu versetzen vermag.

Dieter Hoffmeister ist Mitglied im Oberhessischen Künstlerbund, er lebt und arbeitet auf dem Unteren Hardthof.

  1. Bettina Obrecht, Werner Cee, Salton Mobile, Installation

Mitten auf dem Hardthof-Gelände parkt ein roter Campingbus; davor sind ein Grill

und Campingmöbel aufgebaut, die Schiebetür steht offen…

Es handelt sich um ein von Werner Cee und Bettina Obrecht inszeniertes Stück:

„Salton Sea“ – eine Installation, so mobil wie die Wohn- und Lebensräume der

Menschen dieser Region. Der Salton Sea, nahe Los Angeles, ist infolge eines Dammbruchs nur versehentlich entstanden. Kurzzeitig als kalifornische Riviera hoch gepriesen und gehandelt, ist er heute Sinnbild für eine von Menschen verursachte ökologische Katastrophe. Yachtclubs sind verwaist, Bungalows in Salz und Schlick versunken, den See säumt ein Band aus unzähligen Fischkadavern, übler Gestank liegt über der Landschaft. Der Bus wird zum Ausstellungs- und Präsentationsraum. Die Scheiben sind von innen mit Fotos beklebt, Abzüge von Fotografien sind auch im Innenraum zu sehen. Im Fahrzeuginneren sind sowohl eine Ton- wie auch eine Projektionsanlage aufgebaut, davor einige Sitzplätze. Vertonte Videos und Fotografien werden auf einem großen Bildschirm gezeigt; über die Lautsprecher erklingen komponierte Originaltöne vom Salton Sea. Auch literarische Texte, die die Stimmungen am Salton Sea thematisieren, sind zu hören und zu lesen.

Bettina Obrecht ist Schriftstellerin, Werner Cee Künstler, Komponist und Hörfunkproduzent. Sie leben in Allendorf/ Lumbda.

  1. Reshak Shaker, Laberartorium indoor 12, Installation

Die Werkstatt Ogonjok präsentiert in einer Rauminstallation Arbeiten des Künstlers Reshak Shaker. „Was vermag der menschliche Geist? Wozu dient das Bewusstsein? Wie funktioniert das selbstreflektierende Gehirn? Kann man dem Denken bei der Arbeit zuschauen? Sind Wissen und Meditieren Gegensätze? Wird Poesie uns Heimat sein?“, sind die Fragen um die sein Werk kreisen. Ein vergnüglicher Rundgang durch ein literarisch-ästhetisches Labyrinth aus Dada, Surrealismus, konkreter Poesie und moderner Hirnforschung.

  1. Annett Lang, Corbinian Deller, Hanke Wilsmann, ANIMOT, eine wissenschaftliche Choreographie und Theaterperformance

Die in der philosophischen Tradition verankerte Dichotomie von Mensch und Tier stellt dem vernunftbegabten Subjekt ein – den Logos entbehrendes – homogenes „Tier“ gegenüber. Sie begründet damit eine logozentrische Herrschaftsposition des Menschen, dessen potenzielle Animalität ausgelöscht wird. Derrida unterläuft diese gewaltsamen Zugriffe von Sprache und Denken, indem er ein neues Wort einführt: ANIMOT. Es zeigt, dass die Rede von „dem Tier“ nur ein Wort (mot) ist, und gibt homophon zu hören, dass es „Tiere“ (animaux) nur im Plural gibt (Derrida, Jacques. L’animal que donc je suis. Editions Galilée, 2006).

Die Struktur der Performance im Offenen Kanal bemächtigt sich der Struktur des Experiments. Ziel ist jedoch nicht das ,Quod erat demonstrandum’, sondern der Versuch, durch Kombination verschiedener Ausdrucksmittel, Annahmen zu befragen. So führt das Experiment weniger zum Beweis einer These, sondern vielmehr zu neuen ‚blinden Flecken’, die als Ausgangspunkte für weitere Versuchsanordnungen dienen können. – „Dazwischen geben wir unserer Sehnsucht nach „Ungebrochenheit“ Raum, die wir – als Bild oder Behauptung – in unserem kollektiven kulturellen Gedächtnis vermuten. Ob das Laboratorium – das souverän erstellte „Holodeck“ – die beherrschbare Zone ist, oder ob es sich mit seinem eigenen Willen Bahn bricht, werden wir sehen“.

Annett Lang und Hanke Wilsmann studieren angewandte Theaterwissenschaften in Gießen, Corbinian Deller ist Schauspieler am Stadttheater Gießen.

  1. Hanke Wilsmann, Jost von Harleßem, Clarenville, Figurentheater

Auf einer Sonderfrequenz wird ein unbekannter Kanal gefunden. Er überträgt die Nachrichten eines andersartigen Ortes: Clarenville.
Clarenville ist irgendwann verloren gegangen und folgt eigenen Regeln: Ein Frettchen wird plötzlich zu einer Waldlichtung. Ein Astronaut wird von einem Schwamm erschlagen und Uhren werden eigensinnig. Ausgestattet mit einer Überwachungskamera, Fernsehmonitoren und einem alten Plattenspieler, wird aus einem Sammelsurium an Fundstücken eine dichte Bilderwelt. Die Erzählungen sind die fantastischen Dokumente einer verloren gegangenen Welt.

Hanke Wilsmann und Jost von Harleßem studieren angewandte Theaterwissenschaften in Gießen.

  1. Katja Ebert-Krüdener, Dots, Malerei

Die Künstlerin experimentiert mit Farbwerten. Sie untersucht Farbkorrespondenzen, indem sie mit Komplementär- und Simultankontrasten arbeitet. In den meist quadratischen Bildformaten ergibt sich ein tendenziell nicht-hierarchischer Bildaufbau. Die Bilder erscheinen rotationssymmetrisch, zuweilen fokussieren sie sich auf ein Zentrum. Der Malprozess ist ein meditativer Vorgang, bei dem die Farbtupfer (Dots) mit einem senkrecht gehaltenen Pinsel auf die waagerecht liegende Leinwand aufgebracht werden.

Katja Ebert-Krüdener ist Diplom-Physikerin und Malerin. Sie lebt und arbeitet in Heuchelheim bei Gießen.

  1. Daniel Horvat, Malerei

Thema der Bilder Daniel Horvat´s ist die Malerei selbst. Ausgehend vom Material, der Farbe, dem Bildgrund, den Werkzeugen entwickeln sich die Arbeiten im Prozess. Der Zufall und das Experiment spielen eine Rolle, zufrieden ist der Künstler, wenn er selbst überrascht wird und staunen kann. Dabei folgen die Bilder weder einem gegenständlichen noch einem abstrakten Konzept, lassen Assoziationen in die eine wie die andere Richtung zu. Daniel Horvat vertritt eine eigenständige und zeitgemäße Position einer lebendigen, unverbrauchten Malerei.

Daniel Horvat lebt und arbeitet in Gießen.

  1. Wennemar Rustige, Die Erde tönt, Installation

Die Arbeit „Die Erde tönt“ nimmt kritisch Stellung zum zerstörerischen Umgang mit der Natur, sowohl global als auch unmittelbar in Gießen im Zusammenhang mit den Vorbereitungen zur Landesgartenschau 2014.

Der durchgängig zu hörende ureigene Ton der Erde, G, wird immer wieder gestört durch das zerstörerische Geräusch der Motorsägen. Die Bandagen über den Brettern verweisen auf die nach den Baumfällungen übriggebliebenen Markierungen, welche von kritischen Bürgerinnen und Bürgern um die ca. 170 zu fällenden Bäume in der Wieseckaue und die etwa 80 in der Ringallee gebunden wurden. Durch diese Bandagen wollten sie der Bevölkerung  die Vorhaben der „grünen“ Bürgermeisterin vor Augen führen. Trotz vehementer Proteste aus der Bevölkerung und Tausender von Unterschriften wurden die Bäume in der Wieseckaue  mittlerweile gefällt. Argumente wie, es handele sich um „Krüppel“, „Sichtachsen“ würden durch die Bäume gestört oder die Bäume stünden „auf Kriegsschutt“ und seien „krank“, stießen auf wenig Verständnis bei vielen Bürgerinnen und Bürgern oder wurden gar von diesen als falsch widerlegt. Auch bezüglich der Bäume in der Ringallee besteht wenig Hoffnung, dass die Bürgermeisterin ein Einsehen haben wird.

Wennemar Rustige ist Mitglied im Oberhessischen Künstlerbund. Er lebt und arbeitet in Gießen.

  1. Jutta Sippel-Süße, Malerei

In ihrer Werkreihe „Der diagnostische Blick“ zeigt die Künstlerin Portraits von erkrankten Menschen. Sie lebt und arbeitet als Psychoanalytikerin in Pohlheim.

  1. Maggie Thieme, Form follows Function: Die Spätblühende, Installation

In manchen Jahren, wenn die meisten Hoffnung schon aufgegeben hatten, beginnt sie zu erblühen, spähend, sprühend, weißglühend überrascht sie mit ihrer wilden Seele den Betrachter. Für einen Tag setzt die Spätblühende den Himmelsstürmern ein Zeichen. Maggie Thieme lebt und arbeitet in Gießen.

  1. Volker Thomas, Malerei

Die Exponate datieren von 1995 bis 2012. Der Künstler sieht sich keiner Theorie oder Kunstrichtung verpflichtet, er malt spontan und undogmatisch aus dem Affekt heraus mit Acryfarbe auf Leinwand und produziert so seelische Landschaften, die mit der jeweiligen Erlebniswelt des Betrachters korrespondieren und kritisch hinterfragt werden können. Volker Thomas, im Nebenberuf forensischer Gutachter und Psychotherapeut, lebt und arbeitet auf dem Unteren Hardthof, wo er – Künstler der ersten Stunde und Gründungsmitglied des Vereins – nach langer Ausstellungsabstinenz nun zum ersten Mal wieder ausstellt.

  1. Die Gruppe „Jazzlag 251“ spielt auf der Terrasse vor dem Ausstellungsraum JAZZ-Standards: bekannte Geschichten, neu erzählt von 5 Gießener Musikern.

  1. Georg Wolf, Kontrabass, Paul Hubweber, Posaune, frei improvisierte Musik

„Double Bass“ hieß eins ihrer Projekte und beschreibt schön die Nähe der Klangbilder ihrer Instrumente: „Diese Klänge sind so verwoben, dass ich meine beim Hören geschlossenen Augen öffnen muss, um zu erfahren was von welchem Instrument kommt bei dieser fein ziselierten Musik”, bemerkt eine Konzertbesucherin. Der bekannte englische Schlagzeuger Paul Lytton beschreibt das so: „rattling-springy-gruff-angular-GUTteral-tongue in cheek-splutters-avuncular-sporadic-off the low end-obviously creaky, by its own nature-whirring and buzzing… Dem ist nichts hinzuzufügen!

Paul Hubweber lebt in Aachen, Georg Wolf in Gießen

  1. „It’s time to groove with Liquid Move!“

Liquid Move:  Wer auf Musik von Aretha Franklin, James Brown, Chic, Rose Royce usw… steht, ist bei Liquid Move genau richtig. Hier wird nicht nur einfach gecovert, sondern erstklassig interpretiert. Mit großer Leidenschaft und lebendigen Improvisationen hauchen 11 Gießener Musiker den Stücken der Altmeister neues, pulsierendes Leben ein. Hier wird dem Zuschauer eine Show geboten, die ihresgleichen sucht. Bezeichnend für die elfköpfige Formation aus dem Giessener Raum sind neben dem klassischen Bläsersatz vor allem die drei Frontfrauen, die mit ihren eindrucksvollen Stimmen und dem Satzgesang absolut überzeugen.

Ab 21:30 Uhr in und vor der Galerie des Unteren Hardthofs.

Ausstellungen und Videoarbeiten sind durchgehend von 17 – 22:00  Uhr zu sehen, die anderen Arbeiten (Performances, Theater, Musik) sind – um Überschneidungen zu vermeiden – gestaffelt. Ein genaues Programm gibt es am Eingang.

Dass es bei schönem Wetter im historischen Kastanienhof jede Menge Sitzgelegenheiten im Freien gibt, ist für das Hardthof/ARThof-Fest genauso selbstverständlich wie eine feine Gastronomie für alle großen und kleinen Gäste.